Praxis für Osteopathie
Katrin Herbel

OSTEOPATHIE


wurde als ganzheitliche manuelle Medizin im 19. Jahrhundert von dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still begründet und seither von vielen seiner SchülerInnen weiterentwickelt.


Im osteopathischen Sinne basiert Gesundheit auf einem harmonischen Zusammenwirken in sich integrer Systeme (Bewegungsapparat, innere Organe, Gefäß- und Nervensystem), deren Lebendigkeit und Vitalität von der freien Beweglichkeit – in ihrer jeweiligen physiologischen Funktion – aller ihrer Strukturen und Gewebe abhängt.


Beweglichkeit ist Grundlage für die Zirkulation von Blut, Lymphe und Liquor (Gehirn und Rückenmark umgebende Flüssigkeit) sowie der sich in und zwischen den Körperzellen befindenden Flüssigkeiten – und damit Grundlage für jede Stoffwechselfunktion.

Daher werden in der Osteopathie alle als für die individuellen Beschwerden der jeweiligen Person in Frage kommenden Gewebe des Organismus auf eventuell vorhandene Bewegungseinschränkungen untersucht.


Jedoch wird nicht nach Krankheit oder Mängeln gesucht: Ziel der Behandlung ist es, die betroffenen Gewebe, Strukturen und Flüssigkeiten des Organismus wieder zu größtmöglicher Gesundheit zu bewegen.


Als Basis der Therapie werden in einem ausführlichen Erstgespräch zunächst möglichst alle als für die aktuellen Beschwerden ursächlich oder ausschlaggebend in Frage kommenden Faktoren zusammengetragen.


Jede Behandlung beginnt mit einer gründlichen visuellen & manuellen Untersuchung. Oftmals findet sich das hauptsächlich zu behandelnde Gewebe in einer anderen Region als die Beschwerden.

Es wird ausschließlich mit den Händen gearbeitet, an allen zu behandelnden Geweben (z.B. Schädelknochen, Gehirn- und Rückenmarkshaut, Muskeln, Gelenke, Nerven-, Gefäß- und Fasziensystem, innere Organe, Flüssigkeiten) werden gewissermaßen mobilisierende Techniken eingebracht.


Durch die möglichst sanfte Befreiung der für die individuelle Symptomatik als ausschlaggebend befundenen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkten Strukturen ermöglicht die osteopathische Behandlung über die Verbesserung der Zirkulation eine Anregung der dem Organismus innewohnenden Selbstheilungskräfte.


Nach einer Behandlung finden über einen gewissen Zeitraum hinweg Reaktionsprozesse auf die therapeutischen Impulse statt, durch die Veränderungen im Gewebe integriert und über die Selbstheilungskräfte eine neue Ordnung hergestellt werden.


Beispiele für funktionelle Störungen

Ist z.B. ein Wirbelgelenk blockiert, hat dies Auswirkungen nicht nur auf die direkte Umgebung des Wirbels, sondern auch auf z.T. weiter entfernt liegende Strukturen, die aus dem ihm zugehörigen Rückenmarkssegment innerviert werden.

Die den ganzen Körper und dessen Organe – also innen und außen – umkleidenden und ihn so zu einer Einheit verbindenden Faszien übertragen Spannungen von z.B. Operationsnarben von einem auf ein anderes Körperteil.


Ein in seiner Bewegung eingeschränkter Darm oder eine etwa durch eine früher durchgemachte Hepatitis erhöhte Spannung der Leberkapsel kann zu Rückenproblemen, aber auch zu venösen Stauungen führen, die wiederum eine Kaskade von Symptomen nach sich ziehen können.

Eine frühere, vernarbte Mittelohrentzündung kann Bewegungseinschränkungen von Schädelknochen verursachen und dadurch Migräne u.a. Kopfschmerzen oder Tinnitus (mit) bedingen.

u.v.m.


Beispiele möglicher Ursachen für funktionelle Störungen

Geburtstraumen, Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter, Unfälle, Operationen, Schwangerschaft & Geburten, Ernährungs-, Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten (auch berufliche/ arbeitsbedingte), Verdauung u.v.m.


Hinweise:

Heilsversprechen sind nicht erlaubt und werden nicht gegeben.

Es gibt bisher nur wenige Studien, die die Wirksamkeit der Osteopathie oder einzelner osteopathischer Techniken belegen.